Pokalsieg gegen den FC Bayern: Eintracht Frankfurt gewinnt ersten Titel seit 1988

Genau 30 Jahre ist es her, dass Eintracht Frankfurt letztmals den DFB-Pokal gewinnen konnte. Und kaum einer hatte darauf gewettet, dass die Adler im Jahr 2018 den Triumph von 1988 wiederholen könnten. Zu übermächtig wirkte Finalgegner FC Bayern München. Aber, 3 Euro ins Phrasenschwein, der Pokal hat nun einmal seine eigenen Gesetze. Frankfurt ging im Berliner Olympiastadion als Sieger vom Feld und gewann verdient mit 3:1. Der FC Bayern hatte Pech – und erwies sich dann aber noch als schlechter Verlierer.

Spielbericht: Bayern konnte Frankfurt nicht brechen
Die Spieler des FC Bayern gingen offenbar mit der Überzeugung aufs Feld, dass der Gegner vor Angst erstarren würde. Das taten die Adler nicht – ganz im Gegenteil. Nachdem Robert Lewandowski nur die Latte getroffen hatte, erzielten die Frankfurter in Person von Ante Rebic das frühe 1:0 (11. Minute). Die Münchner waren verwirrt und betrachteten den Gegentreffer fast als Majestätsbeleidigung. Bis zum Ende der ersten Halbzeit erholten sie sich davon kaum. Zwar hatten die Bayern einige gute Gelegenheiten zum Ausgleich, doch hätte Frankfurt auch auf 2:0 erhöhen können.

Nach dem Wechsel traf dann allerdings Lewandowski für die Münchner (53.). Es schien, als rechneten die Bayern damit, dass die Hessen damit gebrochen wären. Doch nicht an diesem Tag: Frankfurt blieb gefährlich und stand in der Defensive gut. In der Schlussphase flatterten dann beiden Seiten die Nerven. Rebic konnte dies für die Adler zuerst nutzen und das 2:1 erzielen (82.). In der Nachspielzeit foulte allerdings Kevin-Prince Boateng Javi Martinez im eigenen Strafraum. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied nach Videobeweis, dass es keinen Elfmeter geben würde. Selbst der Übeltäter sowie Frankfurts Coach Niko Kovac gestanden jedoch ein, dass es eigentlich ein Strafstoß war. Nun waren die Bayern moralisch gebrochen: Mijat Gacinovic nutzte das, um auf 3:1 zu erhöhen (90.+6).

Bayern verschwinden ohne Gratulation in der Kabine
Bei der Siegerehrung erwiesen sich die Bayern nicht unbedingt als Prototypen fairer Sportler. Nach dem sie ihre Medaillen erhalten hatten, verschwanden die Münchner wortlos in der Kabine und gratulierten den Frankfurtern nicht. Sandro Wagner feuerte seine Silbermedaille achtlos in die Katakomben. Ob einer der Münchner Spieler wohl daran dachte, dass er seinem künftigen Trainer damit den Respekt verweigerte?