Eigentlich schien die Ehe zwischen Kevin-Prince Boateng und Eintracht Frankfurt zu passen. Die Hessen verpflichteten den Deutsch-Ghanaer im vergangenen Sommer ablösefrei. Der 31-Jährige galt aufgrund seines komplizierten Charakters als Sorgenkind im Fußball. Unter Niko Kovac nahm Boateng bei den Adlern jedoch eine erstaunliche Entwicklung. Er wurde Leistungsträger, Stütze und Führungsspieler der Mannschaft. Eigentlich dachte man deshalb, dass Boateng wohl mindestens noch ein Jahr in Frankfurt bleiben würde. Doch jetzt die Überraschung. Wie „kicker“ und „Bild“ übereinstimmend berichten, wird der Offensivspieler wohl in die italienische Provinz zu Sassuolo Calcio wechseln, das im vergangenen Jahr die Serie A auf Platz 11 beendet hat.
Die Eintracht steht bei Boateng im Wort
Boatengs neuer Arbeitgeber liegt lediglich 200 Kilometer von Mailand entfernt. Dort hat sich der 31-Jährige häuslich eingerichtet und fühlt sich heimisch. Ihn zieht es deshalb in die italienische Provinz. Er hat die Verantwortlichen der Eintracht bereits um die Freigabe gebeten. Laut der beiden Quellen laufen inzwischen die Ablöseverhandlungen, die vermutlich relativ einfach zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden dürften. Die Bosse haben Boateng vor einem Jahr ihr Wort gegeben, ihn bei einem angemessenen Angebot ziehen zu lassen. Dies war notwendig, um den 31-Jährigen vom Transfer zu den Adlern zu bewegen.
Frankfurts gefährlicher Aderlass
Langsam wird die Entwicklung für die Eintracht auf dem laufenden Transfermarkt kritisch. Geht Boateng, ist er schon der vierte Stammspieler aus der letzten Saison, der Abschied nimmt. Bereits gewechselt sind Marius Wolf (zum BVB), Lukas Hradecky (zu Bayer 04 Leverkusen) und Omar Mascarell (zum FC Schalke 04). Hinzu kommt der Verlust von Trainer Kovac an den FC Bayern. Die Adler erleben einen Umbruch, den eigentlich keiner wollte.