Donnergrollen in Frankfurt: Veh macht sich Luft

Nur wenige Stunden nach der Ankunft im Trainingslager in Katar drohte Eintracht-Trainer Armin Veh (50) bereits mit der Abreise. Als Begründung wurden die schlechten Bedingungen angeführt, die in dem arabischen Emirat trotz angenehmer Temperaturen herrschen. Das Einüben von Systemen sei damit erschwert, ein solches Trainingslager brächte daher wenig, so der Coach des Zweitligisten. Doch es scheint so, als würde nicht nur vor Ort die Stimmung von Veh getrübt. Viel eher plagen ihn offenbar weitere Sorgen.

Kein Geld für neue Spieler So machte sich Veh erst kürzlich bei einem Pressetermin Luft. Angesprochen auf das Gerücht, er würde zu viel Einsatz von seinem Verein verlangen, platzte es förmlich aus dem Meistertrainer des Jahres 2007 heraus: Es sei für ihn als Coach normal, Verstärkungen auf allen Positionen zu fordern und damit den sportlichen Erfolg zu realisieren. Dabei würde er jedoch nicht Unmögliches verlangen, sondern dem Klub nur das zumuten, was dieser auch zu bewältigen imstande ist. Alles andere wäre für den Verein ungesund. Dennoch, leichte Zweifel bleiben, wenn Veh beinahe wegwerfend argumentiert, die Eintracht müsse wissen, was sie wolle.

Klare Ergebnisse gewünscht Aus Sicht des Trainers ist der Groll allerdings nachvollziehbar. Angetreten mit dem Ziel des direkten Aufstieges in die Bundesliga sieht er sich einem stets im Umbau begriffenen Team gegenüber, dem nun seit dem Abgang von Torjäger Theofanis Gekas einer der wichtigsten Spieler fehlt. Ein schneller Vollzug im Transferpoker um Patrick Helmes ist zudem nicht zu erwarten. Veh schwebt damit in einer Situation, in der er den Kader nicht auf das allseits gewünschte Ziel einschwören kann. Verständlich, dass er sich dann angesichts der schlechten Trainingsbedingungen in Katar ein wenig Luft verschafft und seinem Ärger freien Lauf lässt.