FC Bayern-Interesse: Muss Eintracht um Kovac bangen?

Niko Kovac hat in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt die drei Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, die Top-Trainer auszeichnen. Er hat erstens eine gute Mannschaftsansprache. So konnte er den Abstieg verhindern, als er seinen Job antrat. Zweitens ist er taktisch flexibel: Das Team kann im Spiel die Balance zwischen Offensive und Defensive je nach Erfordernis verändern. Und drittens bewies Kovac Lernfähigkeit. Aus dem dramatischen Einbruch in der letzten Rückrunde zog der Kroate offenbar die richtigen Schlüsse. Seine Elf wirkt stärker denn je. Solche Qualitäten wecken Begehrlichkeiten – offenbar sogar beim FC Bayern München, wenn man verschiedenen Medienmeldungen Glauben darf.

Kovac passt in Bayerns Anforderungsprofil
Kovac passt auf dem Papier hervorragend in das Anforderungsprofil des FC Bayern. Deutsch ist seine zweite Muttersprache, er kennt den Verein aus seiner Zeit als Spieler, wird von den Verantwortlichen geschätzt, hat internationale Erfahrungen als kroatischer Nationaltrainer und inzwischen reichlich Kenntnisse als Coach in der Bundesliga. Kovac hat bewiesen, dass er Spieler aus unterschiedlichen Ländern in einem Team integrieren kann. Außerdem ist er in der Lage jeden einzelnen Akteur besser zu machen. Kevin-Prince Boateng hat zum Beispiel unter ihm wiederentdeckt, was für ein hervorragender Fußballer er eigentlich ist.

Verantwortliche bleiben ruhig
Muss die Eintracht also um Kovac bangen? Die Verantwortlichen der Adler bleiben ruhig. Vereinsboss Fredi Bobic erklärt beispielsweise, dass es gestern Julian Nagelsmann war, heute Kovac ist und morgen Domenico Tedesco sein dürfte. Jeden Tag werde eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Er glaube, dass sein Trainer die Mission bei der Eintracht noch nicht als erfüllt ansehe und „richtig Spaß an der Aufgabe hier“ habe. Sportchef Bruno Hübner sieht das ähnlich. Außerdem glaube er nicht, dass der neue Bayern-Trainer aus der Bundesliga kommen werde, fügt der Verantwortliche. Für den deutschen Rekordmeister brauche es „eine richtig große Nummer“, zeigt sich Hübner überzeugt. Hübner muss hoffen, dass das die Bayern-Bosse genauso sehen.