Eintracht Frankfurt: Fans schreiben offenen Brief gegen Andreas Möller

Eintracht Frankfurt sucht einen neuen Leiter für das eigene Nachwuchszentrum. Gerüchteweise spielen Vorstandsboss Fredi Bobic sowie Sportdirektor Bruno Hübner mit dem Gedanken, diese Aufgabe dem früheren Nationalspieler Andreas Möller anzuvertrauen. Auf dem Papier scheint der 52-Jährige eine gute Lösung zu sein. Möller hat eine Frankfurter Vergangenheit und war in der jüngeren Vergangenheit sowohl als Sportdirektor wie auch als Trainer (zuletzt Co-Trainer von Ungarn) tätig. Die Fans der SGE sind allerdings nur überschau begeistert von der Idee, dass der geborene Frankfurter zu den Adlern zurückkehrt – vorsichtig ausgedrückt. Die Ultras schrieben einen offenen Brief gegen Möller, den sie im Stadion im Rahmen des Europa League-Spiels gegen den FC Arsenal aushingen.

Möller „darf nicht einmal ein Gedankenspiel sein“

Der Brief trägt den Titel „Nein zu Andreas Möller!“ – in dem Dokument äußern sich die Ultras, dass eine Rückkehr des 52-Jährigen zu Eintracht Frankfurt „nicht einmal ein Gedankenspiel sein“ dürfe. Möller sei zwar in der Mainmetropole geboren und habe seine Zeit als Jugendspieler hier verbracht. Anschließend sei er jedoch eigentlich nur „durch Lügen, gebrochene Zusagen und distanzierende Äußerungen“ aufgefallen. Als Beispiel nennen die Fans den Wechsel des offensiven Mittelfeldspielers im Januar 1988 zum BVB, obwohl er zugesagt habe, in Frankfurt zu bleiben. Bevor er zwei Jahre später zurückkehrte, habe Möller verkündet, er sei im Herzen Borusse.

Als Möller von 2008 bis 2011 sportlicher Leiter von Kickers Offenbach war, erklärte der 52-Jährige zudem, dass er keine Verbindung zu den Adlern besitze und mit Frankfurt nichts zu tun habe. Dies war im offenen Brief ebenfalls fettgedruckt zu lesen. Zudem waren Transparente mit dem Zitat im Stadion zu sehen. Diese trugen noch Beleidigungen.

Keine Äußerungen der Verantwortlichen

Von den Bossen der Eintracht gibt es weder Einlassungen zu Möller, noch zum Protest der Ultras. Dieser wirft allerdings eine interessante Frage auf: Wann sind Dinge aus der Vergangenheit verjährt? Was Möller konkret vorgeworfen wird, liegt größtenteils 30 Jahre zurück. Und dass der 52-Jährige nicht bei Frankfurts Erzrivalen Offenbach anheuern kann, ohne sich deutlich von seinem Ex-Klub zu distanzieren, sollten selbst Ultras verstehen.