Nach Hoffenheim-Pleite: Untergangsstimmung in Frankfurt

Es gibt ein Horror-Szenario, dass die Fans von Eintracht Frankfurt und Werder Bremen miteinander teilen: Am letzten Spieltag trifft man direkt aufeinander – der Sieger geht in die Relegation, der Verlierer steigt ab. Und im Moment deutet alles genau darauf hin. Werder verlor am 29. Spieltag mit 1:2 gegen den FC Augsburg und rutschte auf den Relegationsrang ab. Frankfurt kassierte eine schmerzhafte 0:2-Pleite gegen die TSG Hoffenheim und verbleibt auf dem direkten Abstiegsplatz. Die Nerven liegen blank bei den Hessen. Die Fans pfiffen sich nach der Partie die Seele aus dem Leib. Einige Anhänger waren so aufgebracht, dass sie den Platz stürmen wollten. Sie mussten von Frankfurt-Spielern im persönlichen Gespräch beruhigt werden.

Bruchhagen erscheint als gebrochener Mann
Der Trainerwechsel von Armin Veh zu Niko Kovac hatte bislang kaum Effekt. In Frankfurt werden die Verantwortlichen immer ratloser. Präsident Heribert Bruchhagen, der nach der Saison aufhört, erscheint als gebrochener Mann. Es sei „schwere Stunde“, erklärte er nach der Niederlage. Es mache keinen Sinn zu spekulieren. Jeder bei der Eintracht könne die Tabelle lesen. Man wisse, dass es schwer wird. Wer Bruchhagen bei diesen Sätzen sah, erblickte einen erwachsenen Mann, der den Tränen nahe war.

Aigner genervt
De Spieler der Frankfurter reagierten hingegen genervt auf die neue Pleite. Gefragt nach den Aussichten für den Klassenerhalt, konterte Stefan Aigner mit der Frage, was er denn jetzt machen solle – in den Urlaub fahren? Natürlich werde man weiterkämpfen. Man werde solange Gas geben, bis nichts mehr geht.

Timothy Chandler lieferte allerdings eine ungewollt doch eher peinliche Kampfansage an die Konkurrenz: Er sei mit Nürnberg abgestiegen, erklärte der Rechtsverteidiger. Auch damals habe man bis zum letzten Spieltag gekämpft. Dann haben die Gegner der Eintracht ja nichts zu befürchten.