Eintracht: 70 Millionen Euro Minus bei Abstieg

Viel liest man darüber, welche katastrophalen finanziellen Folgen ein Abstieg für einen Bundesligisten hätte. Oft mangelt es jedoch an konkreten Zahlen, anhand derer man sich das gesamte Ausmaß vor Augen führen könnte. Eintracht Frankfurt beschreitet derzeit einen anderen Weg. Wie die „Bild“ berichtet, wird Finanzvorstand Oliver Frankenbach dem Aufsichtsrat des Vereins zeitnah im Detail präsentieren, was ein Klassenverlust bedeuten würde. Einige Zahlen sind bereits nach draußen gedrungen. Anders als 2011, als der Abstieg 50 Millionen Euro kostete, würde er diesmal mit einem Verlust von 70 Millionen Euro zu Buche schlagen.

So ergeben sich die 70 Millionen Euro Minus
In der zweiten Liga würde die Eintracht einen operativen Verlust von 20 Millionen Euro machen. Die Einnahmen würden auf 40 Millionen Euro sinken, allerdings müsste man aufgrund der aktuellen Verträge der Spieler wohl mit Ausgaben von 60 Millionen Euro rechnen.

Bei den Spielern würde man einen Wertverlust von wenigstens zehn Millionen Euro erleiden. Durch einen Abstieg müsste man bei den Marktwerten 30 Millionen Euro abschreiben. Durch Verkäufe sind jedoch maximal 20 Millionen Euro Einnahmen möglich – und diesbezüglich wird noch ausgeblendet, dass man auch Neuverpflichtungen tätigen wird.

Auch bei den TV-Geldern müsste man sich deutlich einschränken. Man verlöre wenigstens 10,4 Millionen Euro. Pro Platz nach unten in der zweiten Liga würden jeweils noch einmal 1,3 Millionen Euro in der Kasse fehlen. Dies summiert sich – selbst nach einem sofortigen Aufstieg würde die Eintracht bei den TV-Geldern durch die Fünf-Jahres-Regel, die für die Auszahlungen eine entscheidende Rolle spielt, wenigstens 25,4 Millionen Euro verlieren.

Bei einem sofortigen Aufstieg kämen zusätzlich zehn bis 15 Millionen Euro dazu, die man in die Mannschaft investieren müsste, um den Kader wieder fit für die Bundesliga zu machen. Steigt man nicht auf, verliert man sogar mehr als diese Summe durch die mangelnden TV-Gelder und sonstigen Einnahmen in der zweiten Liga.

Die 70 Millionen sind so sogar eher der Minimalverlust, den man erleiden würde. Aus Sicht der Eintracht kann deshalb nur eines gelten: Nicht absteigen!