Eintracht Frankfurt ist die wohl positivste Überraschung der Hinrunde. Dies lässt sich schon jetzt sagen. Die Adler beeindruckten durch ein wuchtiges Offensivspiel, dem nur wenige Gegner etwas entgegenzusetzen hatten. Die Hessen sind derzeit ein ernsthafter Kandidat auf einen Champions League-Platz. Viele Eintracht-Fans fassen sich allerdings sorgenvoll an die Stirn, wenn sie solche Sätze hören oder lesen. Vor zwei Jahren spielte Frankfurt eine sogar noch bessere Hinrunde – um dann in der Rückrunde brutal abzustürzen und zur Schießbude der Liga zu werden. Eintracht-Coach Adi Hütter kennt diese unter seinem Vorgänger Niko Kovac passierte Geschichte natürlich – und kündigt Gegenmaßnahmen an. Im Winter soll der Kader umgebaut haben.
Hütter will Spieler nach ihrer Qualität bewerten
Die „Frankfurter Allgemeine“ zitiert Hütter mit den Worten, man sei gefordert, den Kader zu durchforsten. Dabei müssten die Verantwortlichen alle Spieler anhand von zwei einfachen Fragen bewerten, so der Coach weiter: „Wer tut uns gut?“ Und: „Wer kann den Weg mit uns gehen?“ Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass alle Spieler, die nicht gewünschte Qualität mitbringen, sich auf die Aufforderung gefasst machen müssen, den Verein zu verlassen. Angenehmer Nebeneffekt dabei für Hütter: Die Größe des Kaders, der nach Ansicht des Trainers zu viele Spieler umfasst, wird reduziert.
Zwei Kandidaten für den Abschied stehen bereits fest
Von zwei Spielern weiß man bereits jetzt, dass sie im Januar ihre Spinde räumen müssen. Portugiesische Medien melden, dass der Leihvertrag mit Francisco Geraldes vorzeitig aufgelöst wird. Der 23-Jährige stand in der Hinrunde keine Pflichtspielminute auf dem Platz und wird deshalb vorzeitig zu Sporting Lissabon zurückkehren. Hütter glaubt nicht mehr daran, dass der Portugiese je die Geschwindigkeit und die Zweikampfhärte erreichen wird, die notwendig sind, um in der Bundesliga zu bestehen.
Ebenfalls gehen muss Marco Fabian, der eigentlich schon im Sommer den Verein hätte verlassen sollen. Der 29-Jährige hat seine allerletzte Chance bei den Adlern nicht genutzt. In der Hinrunde spielte er nur 63 Minuten gegen den BVB und kam ansonsten überhaupt nicht zum Einsatz. Beide Abschiede dürften für die Fans der Eintracht zu verkraften sein.